Pünktlich um 09:32 fuhren wir vom Hotel los.
Erster Punkt der Reise die Schmuck Manufaktur. Sie war für mich so spannend, dass ich hier kein weiteres Wort verliere. Viel besser unser zweiter Stop, die Ledermanufaktur 😍. Nicht, dass ich auf Lack und Leder stehe, aber so Leder Wendejacken, deren Lederstärke nur durch ein Elektronenmikroskop erkennbar ist, das hat schon was. Nach einer sehr schönen Modenschau der Modelle, hab ich schon das superdünne Leder erwähnt, dürfen wir endlich in den Verkaufsraum.
Gekonnt stolziere ich sehr interessiert an den Kleiderstangen vorbei um ein vortreffliches Opfer für die Verkäufer darzustellen. Es dauert nicht lange und mein Verkäufer-Opfer nähert sich. So leicht kann man einen nicht geschulten Verkäufer fangen.
Dann lasse ich mir gekonnt ein paar Wintermodelle zeigen, wobei mir bei den Preisen der Atem stockt. 4200€ für eine Felllederwendejacke, welch ein Wort 😍, da muss auch ich die Nerven bewahren. Dann wird nebensächlich eine Jacke probiert die mir schon zuvor ins Auge gestochen ist. Durch meine frühere Pokerlaufbahn lege ich die Jacke achtlos zur Seite, aber so dass sie in Griffweite des Verkäufers bleibt. Dann ein bisschen etwas gesudere meinerseits, dass ich mir eigentlich keine Jacke kaufen wollte und 4200€ für mich absolut unerreichbar sind.
Dann ein paar Sekunden der Stille, auf der Stirn der Verkäuferin bilden sich Schweißtropfen, meine Taktik wirkt, und als ich mich, innerlich mag ich stehenbleiben, abzuwenden versuche, da greift die Verkäuferin endlich zu meiner Jacke, sie weiß es nur noch nicht, und fragt ob ich sie nicht nochmal probieren möge? Das grinsen kann ich nur knapp verbergen, als ich in die sehr dünne Lederwendejacke schlüpfte. Sie meint sie steht mir sehr gut, Manfred nickt von hinten heftig zustimmend. Ok part 1 ist erledigt. Nun zur Schlachtung.
Was kostet diese Jacke? Ich weiß natürlich dass sie um 1950€ angeschrieben ist. Sie nennt den Preis und ich Falle, genau nach Plan in Ohnmacht. Sie will mich retten und meint nur, dass der Chef sicher eine gute Preis nennen kann. Sie bringen mich auf einer Bahre, ich die Jacke fest in der Hand, zum Chef. Jetzt wirds ernst. Er sieht bedauernd auf mich herab und ehe er hier einen Toten zu beklagen hat meint er, dass ich die Jacke um 950 Euro haben kann, ich soll aber niemanden sagen und auch nichts weitererzählen, weil sonst die Großmutter sofort vom Tod hinweggerafft wird.
Ich röchle noch, nein so viel kann ich mir nicht leisten, da ich zu Hause eine Frau und drei Katzen ernähren muss, Bei der Nennung von drei Katzen kommen ihm die Tränen. Ich spucke Künstliches Blut und sage 600? Er wird blass und bietet mir drei Modelle (die Damen von der Modenschau) an wenn ich 950 zahlen kann. Jetzt das Finale. Nein ich habe schon die beste aller Ehefrauen und beginne mir ans Herz zu fassen und verdrehte etwas die Augen. Er keucht, bitte es muss was über 700 sein.
Ich sage ok 750, springe von der Bahre wische mir den Granatapfel Saft vom Gesicht und gehe die Jacke zahlen. Als Manfred und ich das Verkauflokal verlassen, sehen wir den Chef noch immer an der Theke stehen und mit den Finger irgendwas zusammenrechnen.
Gut gelaunt mit einer dünnen Wendelederjacke steige in den Bus.
Danach fuhren wir nach Ephesus. War auch sehr schön und am Ende gab's eine Wunderschöne 3D Show!